Raki

Raki, der aromatische Anisschnaps, gilt als türkisches Nationalgetränk. Er wird aus frischen Tafeltrauben oder Rosinen gebrannt. In einem zweiten Destilliervorgang wird Anis hinzugefügt. Spezialbrände werden ein weiteres Mal destilliert oder sogar in Eichenfässern gelagert. Der Geschmack des Spirituosen, der in der Regel einen Alkoholgehalt von 40 bis 50 % besitzt, erinnert an Lakritz. Den klaren Schnaps im einsamen Kämmerlein zu trinken, ist in der Türkei nicht üblich. Vielmehr ist er fester Bestandteil von geselligem Zusammensein. Bei einer traditionellen „Raki-Tafel” kommt man bei üppigen Meze zusammen, um bis in die Nacht hinein zu essen, sich zu unterhalten und zu trinken – gerne bei türkischer Volksmusik.

Den Anisschnaps stilecht servieren

Raki ist ein typischer Aperitif. Er wird mit Wasser oder auf Eis in speziellen Raki-Gläsern, die an schlanke Longdrinkgläser erinnern, serviert. Wird er stark gekühlt oder mit Wasser aufgefüllt, tritt der Louche-Effekt auf: Der erst klare Schnaps wird trübe, was ihm den Beinamen „Löwenmilch” eingebracht hat. Hippe Bars in Istanbul servieren den Anisschnaps längst nicht mehr nur pur, sondern verwenden ihn auch gerne als Basis für kreative Longdrinks und Cocktails wie Caipirinha und Mojito. Übrigens: Im Türkischen wird das „i” am Ende von „Raki” wie ein stimmloses „e” ausgesprochen.