Die Ruinen der Hafenstadt Priene stellen ein Paradebeispiel des griechischen Städtebaus in der Antike dar – und zählen noch immer zu den touristischen Geheimtipps in der Ägäis-Region. Selbst in der Hauptsaison herrscht dort wohltuende Ruhe und der Zauber der jahrtausendealten Stätte kann sich ungehindert entfalten. Die Gründung von Priene datiert auf das 4. Jahrhundert vor Christus. Damals wurden die Straßen in strenger Nord-Süd sowie Ost-West-Ausrichtung schachbrettartig angelegt. Trotz der starken Hanglage gelang es den Baumeistern, eine einwandfrei funktionsfähige Wasserversorgung für die ganze Stadt einzurichten. Dass der römische Geschichtsschreiber Herodot Priene als den schönsten „Himmel auf Erden” bezeichnete, war wahrscheinlich der landschaftlich reizvollen Lage der Stadt geschuldet. Vielleicht bereiste er die Stadt aber auch im August: Wenn sich die Baumwollfelder im tiefer gelegenen Tal des Meanders in ein weißes Meer verwandeln, scheint Priene über den Wolken zu schweben.

Priene: Die Ruinen der Hafenstadt entdecken

Wie die meisten Städte der Antike besaß auch Priene ein Theater. Dieses bot etwa 6.000 Menschen und fünf bedeutenden Persönlichkeiten Platz: Diese thronten während der Vorstellungen in steinernen Sesseln mit Löwentatzen direkt in der ersten Reihe. Der Altar in der Mitte des Theaters diente dem Dionysos-Kult. Das Athene-Heiligtum als größter Tempel der Stadt besaß stolze 66 Säulen: Fünf davon wurden im Zuge der Ausgrabungen wieder aufgerichtet. Ebenfalls zu besichtigen ist das Bouleuterion: Bei diesem handelte es sich ursprünglich um ein geschlossenes Gebäude mit Holzdach, in dem der Ältesten-Rat tagte. Direkt daneben befinden sich die Überreste des Prytaneion, welches einst das heilige Feuer der Stadt sowie Ehrengäste beherbergte. Von den beiden Gymnasien Prienes ist das untere deutlich besser erhalten: Dort ziehen mehrere Wasserspeier sowie eine Wand mit antiken Graffiti die Blicke auf sich.

Tipps für einen gelungenen Ausflug zu den Ruinen der Hafenstadt Priene

Wer die Ruinen von Priene an einem heißen Sommertag besichtigt, sollte unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen: Die Wege liegen überwiegend in der prallen Sonne und es gibt keine Möglichkeit, Getränke zu kaufen. Außerdem empfiehlt sich aufgrund der Größe des Ruinenfeldes sowie der teils steinigen Wege festes Schuhwerk.