Ein Ticket kaufen – und zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Türkei an einem Tag besichtigen: In Pamukkale nahe Denizli ist das möglich. Dort zählen die schneeweißen Sinterterrassen und die antike Ruinenstadt Hierapolis zum Welterbe der UNESCO.

Ein fragiles Kleinod: die Kalkterrassen von Pamukkale

Die Terrassen von Pamukkale scheinen einer fantastischen Welt zu entstammen. Türkisblaues Wasser fließt dort durch viele natürliche weiße Tröge, die wie Schwalbennester am Hang kleben, in kleinen Bächen gemächlich hinab. Schon die Römer ließen sich von diesem Naturwunder in den Bann ziehen, erkannte aber auch die wohltuende Wirkung des Thermalwassers bei Rheuma. Mitte der 1960er Jahre wollten mehrere Unternehmer das touristische Potential des flüssigen Schatzes nutzen und bauten oberhalb der Terrassen Thermalhotels, welche die Quellen anzapften. In der Folge begannen die mineralischen Ablagerungen zu schrumpfen und das strahlende Weiß verwandelte sich in ein trauriges Grau. Zum Glück haben Behörden und Politiker rechtzeitig reagiert: Um die Terrassen von Pamukkale zu schützen, ließen sie die Hotels abreißen und der Zugang wurde streng geregelt: Heute ist das Baden in den Becken verboten. Nur an einer Stelle gibt es die Möglichkeit, barfuß durch das 36 Grad Celsius warme knietiefe Wasser zu waten. Gelegenheit, im Thermalwasser zu schwimmen, bietet der Kleopatra-Pool in Hierapolis.

Die Ruinen von Hierapolis: Erbe der Römerzeit

Die „Heilige Stadt“ wurde vor etwa 2.200 Jahren von Antiochos II. ursprünglich als Befestigungsanlage gegründet und entwickelte sich rasch zu einem der beliebtesten Thermalbäder des Römischen Reiches. Zu den sehenswerten Überresten der Stadt zählt der Apollo-Tempel, von dem aus man den Blick über das große Amphitheater schweifen lassen kann: Die steil ansteigenden Ränge boten Platz für 15.000 Menschen. Eine Entdeckungstour muss auch die Reste der mächtigen Stadtmauer sowie die byzantinische Kirche zum Ziel haben, unter der angeblich der Apostel Philipp begraben liegt. Vor dem Nordtor befindet sich mit weiteren 1.200 Gräbern eine der größten Nekropolen Kleinasiens.