In der Antike zählte die Hafenstadt Milet zu den wichtigsten Zentren Griechenlands. Damals lag sie noch direkt am Meer und nannte vier Häfen ihr Eigen. Der Handel mit Stoffen, Wolle und Olivenöl florierte und sorgte für den Wohlstand, von dem noch heute die Ruinen von Milet zeugen. Einer der bekanntesten Söhne der Stadt war der Philosoph Thales, vielen noch gut aus dem Mathematik- Unterricht. Auch Besuche des Apostels Paulus sind überliefert. Als Hauptstadt Ioniens gründete Milet 80 Kolonien. Später fiel es für einige Zeit in die Hände der Perser – bis Alexander der Große es wieder befreite. Nach einer römischen Phase nutzten osmanische Fürsten Milet als Hauptsitz.

Milet: Immer noch beeindruckend: das antike Amphitheater

Wer die Ruinen von Milet besichtigt, sollte ausreichend Zeit für das große Amphitheater einplanen. Es wurde im vierten Jahrhundert vor Christus erbaut und später von den Römern aufwendig umgestaltet. Bis zu 15.000 Menschen konnten dort spannende Wettkämpfe verfolgen. Auch heute ist es Besuchern gestattet, die Stufen des 30 Meter hohen Prachtbaus zu erklimmen: Oben angekommen, belohnt ein überwältigender Panoramablick über das Ruinenfeld für die Anstrengung.
Ein anderer schöner Blick über die Ruinen von Milet bietet sich von den Überresten einer byzantinischen Festung aus. Auch führt ein Rundgang zu einem ehemaligen Gymnasium, zu den Grabstätten griechischer Helden sowie zu den Faustina-Thermen, die eine römische Kaisersgattin in Auftrag gab: Dort lassen majestätische Löwenstatuen und kunstvolle Wasserspiele die einstige Pracht erahnen … Aus osmanischer Zeit stammt die im 14. Jahrhundert errichtete schmucke Olyas Bey Moschee.

Ein schöner Tagesausflug ab Bodrum

Die Ruinen von Milet liegen etwa 100 Kilometer von Bodrum entfernt im Hinterland der Ägäischen Küste und lassen sich auf eigene Faust ebenso gut erkunden wie im Rahmen eines organisierten Ausflugs. Um den Zauber dieser antiken Stätte gut auf sich wirken lassen zu können, sollte man für eine Besichtigung etwa zwei Stunden einplanen. Wer einen perfekten Gesamteindruck von Milet gewinnen möchte, müsste nach seiner Rückkehr nach Deutschland noch einen Besuch im Pergamon-Museum in Berlin einplanen: Dort befindet sich das berühmte Markttor von Milet.