Der Tempelbezirk Letoon war das wichtigste Heiligtum von Xanthos, der Hauptstadt des Lykischen Bundes. Er schließt sich direkt an die Ruinenstadt an und zählt seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Interessant sind die Ruinen von Letoon nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern auch für Fotografen: Die Kombination aus unberührter Natur und antiken Überresten mutet sehr idyllisch und mythisch an: Hier soll der Legende nach Leto, eine Geliebte von Zeus, zusammen mit ihren Kindern Apollon und Artemis Zuflucht vor der erzürnten, eifersüchtigen Gattin Hera gesucht haben. Schenkt man dem Erzähler Ovid Glauben, so handelt es sich bei den Fröschen, die in diesem Gebiet zu Hause sind, um verwunschene Bauern, die Leto auf ihrer Flucht im Stich gelassen haben.

Ruinen von Letoon – Tempelbezirk der Stadt Xanthos

In der Mythologie befahl Hera, dass Leto für immer herumwandern solle. Dabei soll die einstige Zeus-Geliebte viel Zeit in Lykien verbracht haben, weshalb die Menschen in dieser Region sie als Nationalgöttin verehrten. Das Zentrum des Heiligtums stellen daher die drei auf einem Felsrücken gelegenen Tempel dar, die Leto und ihren beiden Kindern geweiht sind. Heute sind von den ehemals prachtvollen Bauten nur noch die Fundamente sowie Reste der umgebenden Säulenreihe vorhanden. Die Heilige Quelle sprudelte in das römische Nymphäum. Der einst prunkvolle, mit Statuen verzierte Brunnen besitzt einen Durchmesser von 27 Metern und ist heute ständig überflutet. Mit etwas Glück lassen sich auf den aus dem Tümpel herausragenden Steinen kleine Wasserschildkröten bei ihrem Sonnenbad beobachten.

Ein Rundgang führt zu imposanten Gräbern und zu einem hellenistischen Theater aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Eine im Jahre 358 vor Christus gemeißelte Stele befindet sich derweil im Museum: Dank der in drei Sprachen beschrifteten Säule gelang es Linguistikern, die lykische Sprache zu entschlüsseln.

Die Ruinen von Letoon stellen einen beliebten Zwischenstopp von Wanderern auf dem Lykischen Weg dar. Mit dem Auto sind sie über die Küstenstraße D400 zu erreichen. Zwischen Fethiye und Kas folgt man der Abzweigung beim Dorf Yesilköy und orientiert sich dann an der Beschilderung.