Die Ruinen von Hierapolis zählen zu den wichtigsten antiken Stätten der Türkei. Sie liegen direkt oberhalb der fantastisch anmutenden weißen Sinterterrassen von Pamukkale, etwa 20 Kilometer nördlich der Stadt Denizli. Seit 1988 stehen sie auf der Welterbeliste der UNESCO und blicken dabei auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.

Hierapolis

Gegründet wurde die „Heilige Stadt“ im Jahre 190 v. Chr. durch Eumenes II., König von Pergamon. 133 v. Chr. ging Hierapolis in den Herrschaftsbereich der Römer über. Diese erkannten bald die heilsame Wirkung der Thermalquellen und machten die Stadt zu einem Kurbad, das vor allem Rheumakranke aus dem gesamten Römischen Reich anzog. Später gewann die Textilwirtschaft mit zahlreichen Färbereien und Webereien an Bedeutung. Nach einem verheerenden Erdbeben im Jahre 60 nach Christus mussten große Stadtteile neu errichtet wurde und es begann eine zweite Blütezeit unter den Byzantinern.

Die größte Nekropole Anatoliens und viele weitere Sehenswürdigkeiten

Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Hierapolis befindet sich außerhalb der Stadt vor dem Nordtor. Dort bilden mehr als 1.200 Grabstätten die größte antike Totenstadt Kleinasiens. Zu entdecken gibt es römische Totenhäuser, Tumulusgräber nach lykischer Tradition und Grabstätten, die an kleine Tempel erinnern. Die Gebäudereste innerhalb der Stadtmauern reihen sich entlang der 1,2 Kilometer langen Arkadenstraße, die dem römischen Kaiser Domitian geweiht war, aneinander. Es gibt mehrere Tempel, ein Nymphäum sowie Thermen zu entdecken. Besonders beeindruckt das hervorragend erhaltene Theater. Im 2. Jahrhundert nach Christus errichtet, bot es mit 50 Sitzreihen Platz für 15.000 Zuschauer, die dort spannende Tierkämpfe und sogar Wasserschlachten verfolgen konnten. In der zentralen Loge thronten der Kaiser und sein Gefolge. Die Bühnenwand zieren Statuen und Reliefs, die die Geburt des Dionysos sowie dessen Wagenfahrt zeigen. Aus christlicher Zeit stammen zwei Basiliken sowie die Grabstätte des Apostels Philippus.